James Bond 007: Casino Royale

Da sollten sich einige Möchtegern-Blockbuster mal ein Beispiel dran nehmen: Erstmals wird das Budget des neuen Bonds im Vergleich zum Vorgänger unterboten, und die Kreativen überbieten sich an Originalität:

Mit nur 90 Millionen Dollar widmete man sich nun der Verfilmung des ersten 007-Romans aus der Feder Ian Flemings und erlaubte sich, mit dem neuen Darsteller Daniel Craig auch die Figur selbst neu einzuführen: So steht am Anfang des neuen 007-Abenteuers die Erlangung des Doppel-Null-Status, und der Film selbst erzählt folglich von Bonds erstem Auftrag mit der Lizenz zum Töten.

Dabei geht es ihm diesmal gar nicht um die Rettung der Welt, sondern um den Kampf gegen den skrupellosen Waffenhändler Le Chiffre, den Bond am Casino-Tisch zu stellen gedenkt. Drumherum kracht, prickelt und witzelt es so charmant wie gewohnt. Craig überzeugt, auch wenn er sicherlich noch in seinen Charakter hineinwachsen wird – die Möglichkeit dazu sollte ihm nach diesem Debüt gewiss sein.

Das Drehbuch ist eine der großen Stärken des Films, und mit ihm ziehen Bildsprache und insbesondere der Soundtrack bis in die letzte Szene die Entwicklung des Doppelnull-Neulings zum Bond wie wir ihn kennen nach – wie aus einem Guss.

Judi Dench darf dabei als M im ironischen Scharmützel mit ihrem Hass-Lieblingsagenten wieder in Höchstform auflaufen, der deutsche Zuschauer freut sich über Ludger Pistor und Jürgen Tarrach, und alle miteinander werden von GoldenEye-Regisseur Martin Campbell bewährt geführt. Der variiert dabei bereits gewitzt die Eröffnungssequenz und vergreift sich auch weiterhin frech an Etabliertem, ohne je zu sündigen. Auch Tiefgang kommt nicht zu kurz, der uns erklärt, warum aus Bond wohl nie ein guter Junge werden wird. Aber dafür darf er 2008 ja bestimmt wieder die Welt retten. HE

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